Samstag, 2. Oktober 2010

Beim Schachspielen verletzt .... da hilft nur Gummizelle

Wie sagte Kurt Tucholsky so schön: "Wenn ein Deutscher hinfällt, dann steht er nicht auf, sondern blickt sich um, wen er verklagen kann." An diesen Spruch musste ich denken, als ich  von einem bedauerlichen Unfall beim Schachspielen las. Wie kann man sich beim Schachspielen verletzten, fragen Sie sich? Na, dann lesen Sie mal weiter:

Ein neunjähriger Junge verbrachte mit seinen Eltern den Familienurlaub in einer Ferienanlage bei Hurghada/Ägypten. Außgerechnet am letzten Urlaubstag verletzte er sich am linken Mittelfinger. Er hatte auf der hoteleigenen Freischanlage gespielt. Dabei war eine 12 bis 15 kg schwere Figur umgefallen und hatte den Jungen verletzt. Zu Hause angekommen wurde der Reiseveranstalter auf 2.000,00 € Schmerzensgeld und 190,00 € Schadensersatz verklagt.Der Reiseveranstalter konnte kein Verschulden seinerseits feststellen und verweigerte die Zahlung. Zu Recht, wie das Amtsgericht München meint: Wenn man sich weh tut, sind nicht immer die anderen schuld. Manchmal verwirklicht sich halt auch das allgemeine Lebensrisiko.Wolle man die vom Kläger für angemessen erachteten Sicherheitsmaßstäbe anlegen, könne der Reiseveranstalter seiner Verkehrssicherungspflicht nur genügen, wenn er seine Gäste in Gummizellen unterbrächte. Schließlich könnten auch Möbel und harte Wände gefährlich sein, wenn man dagegen stolpere.

Amtsgericht München, Urteil vom 13.6.2007, AZ 262 C 7269/07
Quelle: www.channelpartner.de

Kommentare:

  1. Was ist eine Freischanlage? Eine Freianlage mit einem "sch" zuviel?

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  2. Da hat der Fehlerteufel wieder zugeschlagen. Entschuldigung! Es sollte heißen: Freischachanlage

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