Samstag, 23. Oktober 2010

Maklersleid .... kleine augenzwinkernd erzählte Geschichte

Wenn ich in diesem Blog zum Thema "Maklerrecht" schreibe, liegt es auch in meiner Intention das gegenseitige Verständnis zwischen Maklerkunden und Makler zu fördern. Bei Provisionen von bis zu 7,14% des Kaufpreises überlegt sich mancher Kunde, ob die Leistung des Maklers dies wert ist. Denn in der Regel sieht der Kunde ja nicht, welche Arbeit hinter einer erfolgreichen Vermittlung steckt. Bis man die Schwierigkeiten selbst einmal gesehen hat: 

Als ich mich eine Zeitlang um eine schöne Bleibe für mich und meine Familie bemühte, hatte ich selbst einen Makler eingeschaltet. Er wies mir ein Objekt nach und gemeinsam schritten wir an einem sonnigen Samstagmorgen zur Besichtigung. Wunderschönes Einfamilienhaus in ruhiger aber zentraler Lage. Also: man mag von der Maklersprache (kleine Übersetzung gefällig?) halten was man will: hier stimmte die äußere Anpreisung. Gut! Der Garten war etwas verwildert, aber geschenkt. Auf unser klingeln öffnete eine Dame undefinierbaren Alters die schon etwas an eine Huztelhexe gemahnte. Als wir unser Begehr nannten, ließ sie uns widerwillig ein.

"Sie wollen also das Haus kaufen?"
"Mal schauen. Ich suche etwas für meine Frau und die Kinder."
"Kiiiiiiinder???? Die Nachbarn mögen keine Kinder."

Ach, versicherte ich, unsere Kinder seinen herzallerliebst und die Nachbarn würden sie bestimmt mögen. Huhm, war die Antwort und nach einigen Minuten des Schweigens:

"Im Keller war vor einigen Jahren ein Wasserschaden." Den habe sie nur provisiorisch beheben lassen und außerdem ...

Dem armen Makler standen schon die Schweißperlen auf der Stirn. Offenkundig versuchte die Dame alles, um einen Verkauf zu torpedieren. Und so fielen ihr während der Besichtigung noch tausende von Gründen ein, warum kein geistig normaler Mensch dieses Haus freiwillig erwerben könne. Irgendwann verabschiedeten wir und so freundlich wie es die Situation zuließ. Vor dem Gartentor grinste ich den Makler an:
"Mit der Kundin haben sie es auch nicht leicht, oder?"
Ein tiefes Seufzen war die Antwort ....

Muss ich extra erwähnen, dass das Haus auf den einschlägigen Portalen noch monatelang zum Kauf angeboten wurde?

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