Mittwoch, 5. Januar 2011

Auch immer wieder gern gesehen ...

Eine Maklerfirma, nennen wir sie A-GmbH, bietet auf dem Markt eine Wohnung an. Einziger Schönheitsfehler: die geschäftsführende Gesellschafterin der A-GmbH ist im Grundbuch als Eigentümerin eingetragen. Ein Mieter ist schnell gefunden. Dieser zahlt auch brav die geforderte Provision. Abends beim Feierabendbierchen erzählt der Mieter einem befreundeten Rechtsanwalt davon. Der sagt nur: "Oha! Das Geld holen wir uns wieder!"

Mit Erfolg? Klar! Der Bundesgerichtshof (Urteil vom 23.10.2003 - III ZR 41/03) sagt dazu nur: Der als Wohnungsvermittler tätigen juristischen Person steht nach § 2 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Satz 2 WoVermittG ein Anspruch auf die Vermittlungsprovision nicht zu, wenn eine an ihr rechtlich oder wirtschaftlich beteiligte (natürliche oder juristische) Person Eigentümerin (im Rechtssinne) der vermittelten Wohnung ist; auf "wirtschaftliches Eigentum" kommt es nicht an. Das war eine recht teure Vermittlung für die Firma, wenn man bedenkt, dass sie nicht nur die "Maklergebühr" in Höhe von 2.760,80 DM zurückzahlen durfte, sondern auch die Prozesskosten für drei Instanzen.

Kommentare:

  1. Da sind die Makler selbst schuld.
    In der Regel wird ein derartiger Fehler einem fähigen Makler niemals unterlaufen.
    Meist wird dann ein derartiger Maklerauftrag einem anderen befreundeten Makler zugeschanzt.

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  2. So dürfte das in der Praxis laufen. Trotzdem bin ich immer wieder überrascht, wie häufig dieser - aus Sicht des Maklers - Fehler immer wieder passiert.

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