Dienstag, 16. August 2011

... ein tierischer Kotzbrocken

Als ich gestern müde und erschöpft von der Arbeit nach Haus kam, suchte ich etwas Entspannung am Fernsehgerät. Lustlos zappte ich durch die Kanäle und schaltete irgendwann entnervt das Gerät aus. Schon interessant, welche geistigen Tiefflüge z.B. in TV-Shows zu bewundern sind. Dazu passt wunderbar ein Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth:


In einer dieser "wunderbaren" Talkshows wurde ein männlicher Talkshow-Gast von einem anderen weiblichen Gast wegen seiner von ihr als unangemessen empfundenen Äußerungen beschimpft. Unter anderem befand sie: "Du bist 'n Tier, ein tierischer Kotzbrocken." Das konnte der gar nicht verknusen und verklagte den Fernsehsender daraufhin auf Unterlassung. Die aus seiner Sicht beleidigenden Passagen sollten künftig nicht mehr ausgestrahlt werden.Vergeblich! Das Landgericht ließ ihn abblitzen und begründete dies im wesentlichen damit, dass dem Kläger, der bereits vorher an einer ähnlichen Sendung teilgenommen hatte, bekannt war, dass derartige Programme ihren Reiz durch emotional gefärbte, lebhafte Diskussion erhalten, wozu die Auswahl und Zusammenstellung (oder besser: Gegenüberstellung) von Gästen mit provokanten gegensätzlichen Auffassungen beiträgt. Außerdem habe er mit seiner vorhergehenden Äußerung den für die "Diskussion" zulässigen Rahmen vorgegeben. Es kam nämlich deshalb zum Austausch von Nettigkeiten, weil der Kläger vorab erklärt hatte, dass ihn manche Frauen für einen Märchenprinzen, andere für einen Kotzbrocken hielten und er "im Bett ein Tier" sei.

Und die Moral von der Geschicht? Wer austeilt, sollte wirklich auch einstecken können. Insbesondere im TV!

Kommentare:

  1. Im Bett ein Tier, aber das Hirn von der Größe eines Spatzen.... man kann nicht alles haben. Diese Klientel ist doch froh, wenn sie sich selbst mal im Fernsehen sieht, weil sie ansonsten im Leben nichts zu lachen (und zu melden) hat ....

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  2. Ohne Zweifel! Bei mir tritt noch immer so ein "Fremdschäm-Effekt" ein, wenn ich vergleichbare Sendungen sehe. Gut, da gibt es eine gute Lösung: Abschalten! ;-)

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