Montag, 18. Juli 2011

Das reale Büro war nicht die Hölle ...

Wie am Mittwoch berichtet, hatte der Arbeitgeber des Autors des Büroromans "Wer die Hölle fürchtet, kennt das Büro nicht" diesen fristlos gekündigt. Das Arbeitsgericht Herford betrachtete die Kündigung als unwirksam. Am Freitag stimmte die 13.Kammer des LAG Hamm der Vorinstanz zu.

Die Kunstfreiheit gemäß Art. 5 Abs. 3 Grundgesetz (GG) erlaube es einen fiktionalen Roman zu verfassen, ohne dafür die Kündigung zu erhalten. Aus der Kunstfreiheit folge grundsätzlich die Vermutung, dass es sich um eine rein fiktive Darstellung handele. Etwas anderes gelte nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts nur, wenn alle Eigenschaften einer Romanfigur ihrem Vorbild entsprächen. Das wollte der Arbeitgeber denn doch nicht so bestätigt sehen. Ganz so wie im Roman geschildert ginge es bei ihm doch nicht zu. Alles sei überspitzt dargestellt. So musste das LAG nicht darüber entscheiden, ob die Kunstfreiheit des Mitarbeiters einzuschränken sei.

Ganz ausgestanden ist die Sache nicht. Das LAG hat die Revision zum Bundesarbeitsgericht zugelassen.


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