Donnerstag, 28. Juli 2011

Der verpasste Flug ...

Reisende, die ein Rail & Fly-Angebot nutzen, können vom Reiseanbieter die Kosten erstattet verlangen, die ihnen infolge einer Verspätung des Zuges und eines dadurch verpassten Flugs entstanden sind. Dies entschied der Bundesgerichtshof (BGH, Urt. vom 28.10.2010 - Xa ZR 46/10)


Die Klägerin hatte eine Flugpauschalreise gebucht. Dabei nahm sie für die Anreise zum Flughafen ein von der Beklagten beworbenes Rail & Fly-Ticket in Anspruch. In den Informationsmaterielen zu diesem Ticket wurde unter anderem angegeben, dass die Zugfahrt zum Flughafen bereits im Preis enthalten sei. Wegen einer mehrstündigen Verspätung des Zuges verpasste die Klägerin den gebuchten Flug in Düsseldorf. Nach Rücksprache mit der Beklagten reiste sie mit der Bahn nach München, um von dort aus am nächsten Tag abzufliegen. Für die ihr dadurch entstandenen Zusatzkosten und Aufwendungen für Unterkunft, Verflegung und Taxi verlangte sie von der Beklagten ersetzt. Zu Recht, wie der Bundesgerichtshof meint: Für den durchschnittlichen Reisenden habe die Beklagte den Eindruck vermittelt, sie biete den Transfer zum Flughafen als eigene Leistung an und wolle für den Erfolg einstehen. Indix für eine Eigenleistung sei der Umstand, dass der Bahntransfer im Gesamtpreis enthalten sei. Die Beklagte müsse für die Mehrkosten im Wege der Abhilfe nach § 651c BGB einstehen, da die Klägerin die Anreise mit dem Zug gemäß den Vorgaben der beklagten hinreichend sorgfältig geplant habe.

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