Montag, 6. Dezember 2010

DAS ich das noch einmal erleben darf ...

Fehler macht jeder. Dass man an der früheren Haftungsfalle des alten § 119 GVG schon mal scheitern konnte - geschenkt! Shit happens - war ja auch eine verteufelte Falle. Aber dass eine Kollegin Berufung gegen das erstinstanzliche zivilrechtliche Urteil eines Berliner Amtsgerichtes eben bei jenem einlegt - DAS habe ich heute zum ersten Mal erlebt. Das Gericht war ja noch so nett und hat die Berufung an das zuständge Landgericht weitergeleitet. Dummerweise kam es dort - möglicherweise aus erzieherischen Gründen? - erst zwei Tage nach Fristablauf an. Wie gesagt: Shit happens!

Kommentare:

  1. Da deutsche Anwälte ein grundrechtsgleiches Recht darauf zu haben glauben, ein Rechtsmittel am letzten Tag der Frist nach Dienstschluss bei Gericht einzureichen, bedarf es meist keiner besonderen Böswilligkeit des Gerichts, damit die Weiterleitung zu spät kommt.

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  2. Revisionen gegen Oberverwaltungsgerichtsurteile werden aber an dieses geschickt und nicht ans Bundesverwaltungsgericht.

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  3. Ob das eine Strafverteidigerin war, die sich dummerweise hat breitschlagen lassen, in die Niederungen des Zivilrechts herab zusteigen?

    Im Strafrecht gilt: Iudex ad quo. Macht Vieles viel übersichtlicher und trickst den Bürger nicht aus.

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  4. Ich hatte auch erst vermutet, dass es sich bei der Kollegin um eine Strafrechtlerin handelt, die sich in den Niederungen der ZPO verlaufen hat. Und tatsächlich findet sich auf ihrer Homepage als "Interessenschwerpunkt" als erstes das Strafrecht, aber eben auch Zivilrecht.

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  5. @ RA Hoenig: Es heißt entweder "a quo" ("von dem es kommt" = Ausgangsgericht) oder "ad quem" ("an den es geht" = Rechtsmittelgericht).

    Ihre Formulierung "Iudex ad quo" ist also nicht nur sprachlich Unsinn, sondern vermischt beide Ausdrücke derart, dass man nun gar nicht weiß, bei wem das Rechtsmittel Ihrer Meinung nach einzulegen ist.

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  6. Mag ja sein, dass sich da ein Buchstabe zu viel eingeschlichen hat. Ist aber nicht tragisch und zumindest mir war klar, was gemeint war.

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