Mittwoch, 15. Dezember 2010

Makler und Nachmieter ....

Mit einer interessanten und gar nicht seltenen Fallkonstellation hatte sich das Landgericht Berlin im Urteil vom 29.September 2010 - 49 S 16/10 - (Grundeigentum, Heft 23 S. 1687) auseinanderzusetzen: 

Ein Mieter suchte einen Nachmieter, welcher ihre Einbauten übernehmen sollte. Der klagende Makler hatte dem Mieter zugesagt, sich um einen Nachmieter zu kümmern. Nachdem ein solcher gefunden war, nannte der Makler der später beklagten Nachmieterin die Objektdaten, führte einen Besichtigungstermin durch und stellte die für erfolgreiche Verhandlungen mit dem Vermieter notwendigen Daten zusammen. Die Nennung der Kontaktdaten des Vermieters erfolgte nicht durch ihn selbst, sondern durch den Vormieter.

Fraglich ist bei dieser Fallkonstellation, ob ein Provisionsansprüch überhaupt entstanden ist. Denn grundsätzlich gehört zum Nachweis auch die Nennung der Kontaktdaten des Verhandlungspartners (vgl. Palandt-Strau, BGB,§ 652 Rdnr. 25). Ein indirekter Nachweis, bei dem der Makler den Kunden nur an eine dritte Person weiterleitet, die dann  ihrerseits die erforderliche Tätigkeit erbringt, genügt nicht (aaO). Diese Fallkonstelation sah das Landgericht Berlin im vorliegenden Fall aber als nicht gegeben an. Der Makler habe sich so verhalten, dass der Maklerkunde - die Nachmieterin - selbst keine weiteren Nachforschungen nach dem Vermieter anstellen musste. Vielmehr konnte er aufgrund des Eigeninteresses der bisherigen Mieterin davon ausgehen, dass diese sich mit der Nachmieterin in Verbindung setzen und statt seiner mit der Nachmieterin zum Vermieter gehen und verhandeln würde. Der Makler habe also keinesfalls die typische Maklertätigkeit auf die Vormieterin verlagert. Bei wertender Betrachtung sei der durch die Vormieterin veranlasste Kontakt zum vermieter als Arbeitserfolg des Maklers anzusehen.

Somit war ihm die Provision zuzusprechen.

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