Mittwoch, 6. April 2011

Die geschleuderte Frau ....

Die ganze Zeit stand Erik an der Bar und blickte zu ihr rüber.

"Nun geh endlich hin und frage sie, ob sie tanzen möchte," meinte sein Bro.
"Ich weiß nicht ..."
"Wie? Du weißt nicht? Trink aus und dann geht' los"

Hastig in einem Zug leerte er seinen Martini,nahm all seinen Mut zusammen, stürzte wortlos auf Nadine zu und packte sie. In mehrern großen Sätzen rannte er mit ihr auf die Tanzfläche, ohne dass bisher ein Wort gefallen war. Dafür fiel etwas anderes: Im Eifer des Gefechtes verlor Erik das Gleichgewicht und fiel rückwärts aus dem geöffneten Fenster, wobei er Nadine  mit sich zog. Klar dürfte sein, dass aus Erik und Nadine an diesem Abend kein Paar wurde.

Statt des Gottes Amor wurde der Göttin Justizia geopfert: 4.000,00 € Schmerzsensgeld hätte Nadine gerne von ihrem Sturzpartner. Zu Recht, wie das Hanseatische Oberlandesgericht meinte (Oberlandesgericht Hamburg, Urteil vom 05.10.19996 U 262/98 -). Zwar gäbe es bei einem gemeinsamen Tanz Haftungserleichterungen, wenn es dabei zum Unfall komme. Von einem gemeinsamen Tanz könne jedoch nicht ausgegangen werden. Denn Nadine hat ja nicht in den von Erik gewünschten gemeinsamen Tanz eingewilligt.  Davon sei nur auszugehen, wenn ihr eine ausreichende Frist zur Verfügung gestanden hätte, über die Bitte zu entscheiden und gegebenenfalls unter Wahrung der gesellschaftlichen Üblichkeiten ihre Ablehnung zum Ausdruck zu bringen, sprich: Erik einen Korb zu geben. Ging nicht! Darum: Haftung!

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