Freitag, 29. April 2011

Ein dickes Ding mit noch dickerem Ende ....

Die schönsten Geschichten schreibt bekanntlich das Leben selbst. Man stelle sich vor: Da hat ein Kollege einen wunderbaren Schriftsatz gefertigt. Mit allen Anlagen und den notwendigen Abschriften versehen ein im wahrsten Sinne des Wortes Opus Magnum! Da Fristablauf droht und Anwalt/Anwältin ja auch mal Feierabend haben will, wird ein Kurier beauftragt den dicken Umschlag vor 24.00 Uhr in den Nachtbriefkasten des Landesarbeitsgerichts Berlin zu werfen. Eine durchaus schwierige Aufgabe, wenn man bedenkt, dass der Schlitz nur 3,2 cm hoch ist und der Umschlag etwas voluminöser war. Kollege Reuter (hier) beschreibt sehr eindrucksvoll die Reaktion der umstehenden Damen des ältesten Gewerbes, welche sicherlich etwas andere Assoziationen bei den Einsteckversuchen des Kuriers gehabt haben. Frustriert zog der Bote irgendwann seiner Wege und gab das Paket am nächsten Tag bei Gericht ab. Leider zu spät! Wie Kollege Käßing berichtet (hier), gewährte das Landesarbeitsgericht Berlin (Beschluss vom 10.01.2011, Akz.20 SA 1659/10 = BRAK-Mitteilungen 2011, 77) leider keine Wiedereinsetzung. Der Anwalt müsse sich bei ungewöhnich umfangreichen Schriftstücken halt selbst vorab darüber vergewissern, dass sie auch tatsächlich durch den Schlitz des Nachtbriefkastens passen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen