Mittwoch, 25. Mai 2011

Unrichtige Angaben im Exposé - Haftung droht

In der letzten Woche fragte mich wieder eine Hauskäuferin, ob der Makler ihr neben dem Hausverkäufer hafte, wenn sich das Haus als mangelhaft erweist. Die Frage ist nicht unberechtigt, muss doch der Makler seinen Auftraggeber vor Schaden bewahren und ihm über alle bekannten kaufrelevanten Umstände aufklären. (BGH NJW 1972, 1813). Aber eben über die ihm bekannten Umstände! Denn auf der anderen Seite treffen den Makler Erkundungs- und Nachprüfungspflichten nur, wenn er diese zugesagt hat. Mit Zusagen und Garantien sollte sich der Makler allerdings im eigenen Interesse zurückhalten. Diese darf er natürlich nicht geben, wenn er sie nicht halten kann.  Ansonsten haftet er! Zu denken ist zum Beispiel an Zusagen zur Bebaubarkeit oder zu Fertigstellungsterminen. Brenzelig wird es auch bei der Bonität des Interessenten . Besonders heikel wird es, wenn der Makler auch die Finanzierungsberatung des Kunden übernimmt. Gegebenenfalls trifft ihn eine Warnpflicht (BGH NJW-RR 1991, 627), wenn Zweifel an der Bonität bestehen.
 
Grundsätzlich kann sich der Makler aber auf die Angaben des Objektanbieters verlassen. Es sei denn, er weiss es besser: über ihm bekannte bauliche Mängel, wie z.B. Schwammbefall, hat er aufzuklären.Selbstverständlich hat er auch rechtlliche Vorgaben zu beachten. Rechtsunkenntnis schützt ihn nicht. Fertigt er z.B. Mietverträge aus, sollte er die Rechtsprechung des BGB zu den Renovierungsklauseln kennen.

Zum Thema auch: Die Haftung des Maklers
 
 

 

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