Samstag, 7. Mai 2011

Keine Provision, wenn der Makler nicht am Besichtigungstermin teilnimmt?

Auf ein interessantes Urteil des Landgerichts Berlin weist der Kollege Dr. Hildebrandt in einem Beitrag für die Immobilienzeitung hin. Nach dem Urteil des Landgerichts Berlin vom 30.Dezember 2010 - Az. 10 0 190/10 ist ein Besichtigungstermin, der nicht in Anwesenheit des Makelers durchgeführt wird, nicht für den Abschluss des Hauptvertrages ursächlich. Was war geschehen? Der Maklerkunde hatte von der Maklerfirma ein Exposé erhalten. Die Firma organisierte darauf hin einen Besichtigungstermin mit dem Verkäufer, wobei im Prozess streitig bleib, ob ein Vertreter der Maklerfirma an der Besichtigung teilgenommen hat. Im Prozess berief sich der Maklerkunde auf Vorkenntnis. Nach Auffassung der Berliner Richter zu Recht. Zwar kann sich der Maklerkunde nach der Rechtsprechung (s. u.a. LG Hamburg, Urteil vom 26.1.2010 - 322 O 341/09)  nicht auf Vorkenntnis berufen, wenn der Makler ihm zusätzliche Informationen gegeben hat, die letzlich (mit-) ursächlich für den Kaufvertragsabschluss waren. Diese zusätzliche Information kann in der Durchführung eines Besichtigungstermines liegen (s.u.a. LG Hamburg, aaO).Aber:  Das Landgericht Berlin hielt es nun für entscheident, dass eine Beteiligung des Maklerfirma an dem Besichtigungstermin nicht habe bewiesen werden können. Zu Recht weist Kollege Dr. Hildebrandt jedoch darauf hin, dass es hierauf nicht ankommt. Denn die Art der Durchführung des Besichtigungstermins ist irrelevant. Die "zusätzliche Information" liegt bereits in der Vereinbarung des Besichtigungstermines.

Quelle: Dr. Hildebrandt, Immobilienzeitung Nr. 8 vom 24.02.2011

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen