Montag, 1. August 2011

Ich mach dann mal Pause ... der Fluglotse

Einem Fluglotsen, der seine Pausen nachts mehrfach zwischen 20 Minuten und einer Stunde überzieht und sein Arbeitsplatz im Tower damit unbesetzt bleibt, kann auch ohne vorherige Abmahnung fristlos gekündigt werden. Die entschied das Landesarbeitsgericht Hessen (  LAG, Urt. v. 24.11.2010, Az. 8 Sa 492/10).   


Der seit April 2004 im Tower eines süddeutschen Flughafens im Einsatz befindliche Fluglotse hatte entgegen seinen Eintragungen im Arbeitsplatznachweis an vier Nächten im August 2009 und in einer Nacht im September 2009 die Kanzel des Towers  länger als zwei Stunden verlassen hatte und die Pausen einmal um 20 Minuten, einmal um 45 Minuten und zweimal um etwa eine Stunde überzogen.Nach den einschlägigen Vorschriften zur Flugsicherung ist eine Besetzung von zwei Fluglosten vorgeschrieben, was durch die Ausdehnung der Pausen nicht durchgehend gewährleistet war. Das Flugsicherungsunternehmen kündigte dem Lotsen daher fristlos. Während das Arbeitsgericht die Kündigung noch als unwirksam ansah, wies das Landesarbeitsgericht die Kündigungsschutzklage des Fluglotsen ab. Eine vorherige Abmahnung sei entbehrlich gewesen. Denn dem Fluglotsen sei klar gewesen, dass seine Arbeitgeberin diese Vertragsverstöße keinesfalls hinnehmen würde.

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