Mittwoch, 30. November 2011

Die verbrannten Kroketten und ihre Folgen:

Die Frage der Kostentragung für einen Polizei- oder Feuerwehreinsatz hatte ich vor einiger Zeit schon einmal erörtert (s. hier). Eine aktuelle Entscheidung des Amtsgerichts München (Amtsgericht München, Urteil vom 22.07.2011 - 133 C 5875/11) wirft noch einmal einen Schlagschatten auf dieses Thema:


Einin einem Schwesternwohnheim lebende Schwesternschülerin  hatte sich einen Herd angeschafft, obwohl es nach der Hausordnung verboten war, Backöfen, Heizplatten oder ähnliches auf den Zimmern in Betrieb zu nehmen. An einem Nachmittag im März bekam sie Hunger. Daher wollte sie sich ein paar Kroketten aufbacken, schlief aber darüber ein. Die Kroketten verkohlten und der Rauch löste die Feuermelder aus. Die Werksfeuerwehr rückte darauf hin mit 4 Fahrzeugen und 23 Personen aus und evakuierte das Wohnheim.

Die Kosten von ca. 900,00 € verlangte das Krankenhaus später von der Schülerin ersatatte. Zu Recht, wie das Amtsgericht befand. Die Schwesternschülerin sein nach den Grundsätzen der Geschäftsführung ohne Auftrag zum Ersatz der Aufwendungen für den Einsatz der Werkfeuerwehr verpflichtet. Schließlich sei die Feuewehr im Intresse der Schülerin tätig geworden. Für die schlafende habe durch die Rauchentwicklung Lebens- oder wenigstens Gesundheitsgefahr bestanden.Auch Dritte seine gefährdet gewesen, da die Gefahr einer Feuerentwicklung bestand. Somit habe - da der jungen Frau damit Schadensersatzansprüche Dritter gedroht hätten - der Einsatz auch ihrem mutmaßlichen Willen entsprochen. Die Feuerwehr sei auch nicht zur Schadensminderung verpfllichtet gewesen, lediglich mit einer kleineren Vorausmannschaft die Lage zu erkunden. Da 150 Menschen in dem Wohnheim lebten, sei die Größe des Löschzuges nicht zu beanstanden. Der Ruf der freiwilligen Feuerwehr wäre für die Schülerin auch nicht kostengünstiger gewesen.


Fazit: Achten Sie beim Kochen auf Ihre Kroketten! Ich weiß, wovon ich spreche: als junger Mensch hatte ich mal ein ähnliches Erlebnis, nur dass meine Mutter die Feuerwehr ersetzte. ;-)

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