Mittwoch, 3. November 2010

Manchmal hilft auch ein Wechsel der Perspektive

Seit Beginn des Semesters hatten sich meine Studenten den Besuch bei einem Gericht gewünscht. Heute galt es das Versprechen einzulösen. Eine ganz eigenartige Erfahrung für mich als Anwalt mal so einen ganzen Vormittag bei Gericht zu sitzen und das ganze Panoptikum des Lebens an sich vorbeiziehen zu sehen: Da ist die empörte "Naturalpartei" im Beistand des redegewandten Gatten mit einem Schaden aus einem Umzugsvertrag, da der nicht zu beneidende Kollege, der versuchen muss die Nichtzahlung der Miete durch seinen Mandanten mit Zurückbehaltungs- und Minderungsrechten zu legitimieren. Hier die zahlungsunfähige Beklagte, die auf anwaltiches Anraten partou keinen Ratenzahlungsvergleich abschließen will, um nicht noch bei Nichtzahlung eine Strafanzeige wegen Betruges zu riskieren. Und da erscheint der Rechtsvertreter eines Pay-TV-Senders, der Urheberrechtsverletzungen geltend macht. Schöne Beweisaufnahme mit Zeugen, die sich wieder an alles haargenau erinnern, was für ihre Partei günstig ist. Herrlich, dass mal aus der Perspektive des Zuschauers zu betrachten, auch wenn es manchmal schwerfiel den Mund zu halten. ;-)

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