Dienstag, 28. September 2010

"Göttliche Erleuchtung" vs. "Volksgesundheit"

Galt doch früher der Sponti-Spruch "Legal, illegal, sch ...egal", so haben wir heute doch einen immensen kulturellen Fortschritt zu verzeichnen. Marihuana in dunklen Hinterzimmen zu rauchen und die Pflänzchen heimlich anzubauen ist out. Das dachte sich jedenfalls ein Rastafari und ging den mühsamen Weg durch die Institutionen.

Klar, der private Anbau von Cannabis ist in Deutschland grundsätzlich untersagt. Ausnahme: zu wissenschaftlichen Zwecken oder beim Vorliegen eines sonstiges legalen öffentlichem Interesse."Hey," dachte sich unser Rastafari, "in Deutschland gibt es doch das Grundrecht auf Religionsfreiheit!" So zog er vor Gericht und argumentierte: Ein Rastafari übe seine Religion mit Hilfe der betäubenden Wirkung der Marihuana-Pflanzen aus.Göttliche Erleuchtung könne nur durch das gemeinsame Konsumieren erlangt werden. Der beachtliche Bedarf können nur durch den privaten Anbau der Pflanzen gedeckt werden. Daher sei der Anbau eine zwingend notwendige Maßnahme, um sein Grundrecht auf Religionsfreiheit wahrnehmen zu können.

Offenbar brauchte er also viel göttliche Erleuchtung. Göttliche Erleuchtung allerdings, die ihm das Bundesverwaltungsgericht nicht gewährte.Auch für religiöse Zwecke sei der private Anbau von Cannabis illegal. Er fördere den Betäubungsmittelmißbrauch und schade damit der öffentlichen Gesundheit. 

Tja, war nichts mit dem mühsamen Weg durch die Institutionen.

Quelle: BVerwG, Urteil vom 21.12.2000 Az: 3 c 20.00

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