Dienstag, 12. Oktober 2010

Bräunungssteuer

Im Jahre des Herren 1902 schuf der Kaiser die Sektsteuer zur Finanzierung des Kaiser-Wilhelms-Kanals und der kaiserlichen Kriegsflotte. Weil nämlich „bei einer so starken Steigerung der Ausgaben für die Wehrkraft des Landes auch der Schaumwein herangezogen werden muß“. Der Kaiser ist weg, das Reich ist hin, die Flotte auch - die Sektsteuer ist aber noch da. Immerhin: der Kaiser war ehrlich und gab zu, dass es ihm bei der Einführung nur um das Geld ging. Heutzutage kommt es dem Fiskus auf den schöden Mammon nicht an. Er verfolgt bei der Steuererhebung nur hehre Ziele. So wie die Stadt Essen, dessen Rat nun die Erhebung einer Bräunungssteuer beschlossen hat. 20,00 € pro Sonnenbank und Monat soll die Steuer betragen. Die Stadt begründet dies mit dem Gesundheitsschutz und der Absicht, die Zahl der Sonnenbanken einzuschränken. Und ein bischen verschämt wird hinzugefügt, dass man sich über die Mehreinnahmen natürlich auch freut. ;-)

Quelle: Focus

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