Samstag, 23. Oktober 2010

Makler makelt ohne Auftrag ...

Ein Makler makelt ohne Auftrag des Eigentümers. Geht das überhaupt? Ein Blick in diverse Internetforen zeigt, dass dieses Problem durchaus häufiger auftaucht.

Dazu muss man wissen: Im Gegensatz zur Wohnungsvermittlung (§ 6 Abs. 1 WoVermG)  gibt es kein gesetzliches Verbot der Vermittlung ohne Auftrag! Nun ist es für den Eigentümer möglicherweise unangenehm, sein Hausgrundstück im Internet oder in Tageszeitungen angepriesen zu finden. In diesem Fall kann er dem Makler - möglichst schriftlich - die weitere Bewerbung des Objektes untersagen. Verstößt er dagegen, bleibt keine andere Möglichkeit als Unterlassungsklage zu erheben. Aus Sicht konkurriernder Makler stellt sich die Vermarktung ohne Auftrag des Eigentümers möglicherweise auch als wettbewerbsschädlich dar. Diese könnten den Kollegen daher abmahnen. Ist der Makler gar Mitglied im IVD, könnte ein Hinweis an den Verband auch ganz hilfreicht sein. Denn dort findet man die Vermarktung über Internet, Zeitungen oder sonstige Medien durchaus kritisch. Denn nach deren am 11.Juni 2010 verabschiedeten Standesrichtlinien handelt ein Makler standeswidrig, der ein Objekt ohne unmittelbar direkten Maklerauftrag vermakelt.

Kommentare:

  1. Wenn es nicht gesetzlich verboten ist, ohne Auftrag zu makeln, worauf stützt sich dann ein Unterlassungsanspruch? Auf den Willen des Eigentümers, §§ 903, 1004 BGB? Aber ist hier denn wirklich das Eigentum betroffen?

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  2. Sicherlich eine Frage des Einzelfalls. Aber wenn der Makler das Objekt mit einem Exposé bewirbt: grundsätzlich kann auch in der werbemäßigen Verbreitung der Abbildung eines fremden Hauses eine Persönlichkeitsrechtsverletzung liegen (vgl. BGH, Urt. v. 27.4.1971 - VI ZR 171/69, GRUR 1971, 417 f - Teneriffa).

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