Samstag, 2. Oktober 2010

Der Pseudomakler

Wer sich als Versicherungsvertreter fälschlicherweise als Versicherungsmakler ausgibt, muss sich auch wie ein Makler behandeln lasse. Dazu gehört auch, dass er für Pflichtverletzungen aus dem Vertrag selbst einzustehen hat. Dies entschied das Oberlandesgericht Hamm (Urt. vom 8.10.2009 Az. 18 U 26/08).

Der Mann hatte gelegentlich Versicherungsverträge vermittelt. Aufgrund seiner Beratung schlosss ein Bekannter bei ihm eine Hausratsversicherung ab. Die Versicherungsgesellschaft nahme diesen Vertrag jedoch nicht an. Dies verschwieg der gegenüber seinem Bekannten als Versicherungsmakler auftretende Mann aber dem Betroffenen. Es kam wie es kommen musste: Der Bekannte wurde kurz darauf Opfer eines Wohnungseinbruchs gegen den er - wie er überrascht feststellen musste - nicht versichert war. Glück im Unglück: dafür haftet nach Auffassung des OLG der angebliche Versicherungsmakler. Denn nach Auffassung der Richter hatten die Parteien durch "schlüssiges Handeln" einen Maklervertrag geschlossen. Denn der "Pseudomakler" sei  wie ein Makler aufgetreten und habe genau diesen Eindruck auch erwecken wollen. Die sich aus dem Maklervertrag ergebenden Pflichten habe er verletzt, indem er den Kläger weder über die Ablehnung des Vertrages informierte noch sich um anderweitigen Versicherungsschutz bemühte.Seinen Kunden treffe keine Mitschuld. Dieser habe darauf vertrauen dürfen, dass der Scheinmakler sich wie abgesprochen um den Versicherungsschutz kümmern würde.

JuraBlogs - Die Welt juristischer Blogs

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen