Freitag, 23. Juli 2010

Aber das muss einem doch gesagt werden ....

Fassen wir mal die Fakten zusammen, über die wir uns - hoffentlich - alle einig sind: Bier enthält in der Regel Alkohol. Alkohol in größeren Mengen konsumiert, führt zu Trunkenheit. Trunkenheit zu Kontrollverlust und gegebenenfalls zum Verlust der Fahrerlaubnis. Trunkene Männer finden Ehefrauen auch nicht so toll, so dass Trunkenheit manchmal auch zum Verlust derselben führt. D'accord?
Es gibt aber durchaus Zeitgenossen, die meinen, so etwas könne doch keiner ahnen. Das müsse einem doch gesagt werden. Ein trinkfreudiger Westfale jedenfalls wollte seine Lieblingsbrauerei auf Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 15.350,00 € verklagen. 17 Jahre habe er den leckeren Gerstensaft genossen. Seine Frau habe dafür kein Verständnis gehabt und habe sich scheiden lassen. Auch dem Arbeitgeber fehlte jegliches Verständis, weshalb er arbeitslos wurde. Und der Justiz fehlte auch jede Einsicht, weshalb er seine Fahrerlaubnis wegen Trunkenheit am Steuer verloren habe. All das wäre nicht passiert, wenn die Brauerei einen Warnhinweis zu den Wirkungen übermäßigen Alkoholkonsums auf den Flaschen angebracht hätte. Weil sie dies unterlassen habe, hafte sie ihm auf Schadensersatz. Das sah allerdings das OLG Hamm etwas anders und verweigerte ihm wegen fehlender Erfolgsaussicht die begehrte Prozeßkostenhilfe. Hersteller von Produkten hätten zwar grundsätzlich die Pflicht vor Gefahren zu warnen, die von einem Produkt ausgehen können. Allerdings gelte dies nicht für allgemein bekannte Gefahren. "Die Kenntnis von den Wirkungen alkoholischer Getränke gehört zwar nicht bezüglich der medizinischen Details, wohl aber hinsichtlich der Kernproblematik zum allgemeinen Grundwissen. Daran kann bei lebensnaher Würdigung kein ernsthafter Zweifel bestehen." Außerdem zweifelte das Gericht an, dass sich der Mann von einem Warnhinweis überhaupt vom Trinken hätte abhalten lassen.


Beschluss Oberlandesgericht Hamm vom 14.02.2001, Az. 9 W 23/00

1 Kommentar:

  1. Letzte Worte des betrunkenen Autofahrers:
    "Scheiß Baum, weich doch enlich aus!"

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