Sonntag, 25. Juli 2010

Wenn der Hahn dreimal kräht ....

In früheren Zeiten war das Krähen des Hahnes das Signal zum Aufstehen. Der moderne Mensch besitzt einen Wecker und schläft sich am Wochende meistens aus. Wenn da nicht der Hahn des Nachbarn wäre:

Der in der Gemeinde Efringen-Kirchen lebende Hahn wollte partout nicht einsehen, dass Menschen so etwas wie "Nachtruhe" kennen. So krähte er frühmorgens noch bei Dunkelheit und in den späten Abendstunden
nach 19.00 Uhr laut und durchdringend, worüber sich die Nachbarn beschwerten. Deshalb gab die Gemeinde den Haltern des Hahns unter Androhung von Zwangsgeld auf, ihren Hahn werktags von 12:00 Uhr bis 15:00 Uhr und von 19:00 Uhr bis 8:00 Uhr sowie sonn- und feiertags ganztags in einem artgerechten, schallisolierten Stall zu halten. Diese wollten dem nicht nachgeben und zogen vor das Verwaltungsgericht Freiburg, welches ihrem Eilantrag teilweise stattgab. Salomonisch urteilte dies, dass sich der Hahn jetzt werktags auch von 12:00 Uhr bis 15:00 Uhr sowie sonn- und feiertags auch von 8:00 Uhr bis 13:00 Uhr und von 15:00 Uhr bis 19:00 Uhr im Freien aufhalten und dort krähen darf. Die Nächte und die mittägliche Ruhezeit an Sonn- und Feiertagen muss er in einem schallisolierten Stall verbringen.
Durch den Hahn sei es zu Lärmbelästigungen gekommen, die ein polizeiliches Einschreiten rechtfertigten. Er habe mitunter bereits erheblich vor 8:00 Uhr und nach 19:00 Uhr in störender Weise gekräht. Den Haltern sei es zuzumuten, ihren Hahn in der Zeit von 19:00 Uhr bis 8:00 Uhr, die er ohnehin in Stall verbringe, schallisoliert unterzubringen. Die  Zeit werktags von 12:00 Uhr bis 15:00 Uhr zu verlangen seien jedoch in keinen Regelungswerken besonders immissionsrechtlich geschützt. Es würde für die beruftstäigen Halter eine besondere Belastung bedeuten, wenn sie den Hahnd jeden Werktag in der Mittagszeit in den Stall bringen müssten. Anders verhalte es sich mit der Mittagszeit von 13 bis 15:00 Uhr an Sonn- und Feiertagen. Da hätten die Halter Zeit und die besondere Schutzwürdigkeit dieser Zeiten sei gesetzlich anerkannt.

So Hahn, und nun ist Ruhe! ;-)


Verwaltungsgericht Freiburg, Beschluss vom 22.12.2008, Akz.: 4 K 2341/08

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