Sonntag, 6. Juni 2010

"Bitte nicht stören" ...

Dieses kleine Schild an der Hotelzimmertür kann gefährlich sein. So
im Fall einer Ägypten-Reisenden: Sie hatte das "Bitte nicht stören"-
Schild an ihre Hotelzimmertür gehängt. Nach einem akuten
Nierenversagen wurde sie ohnmächtig. Nach besorgten Anrufen des
Ehemannes aus Deutschland hatte das Hotel die Zimmertür erst nach mehr
als einem Tag öffnen lassen und auch dies erst, nachdem unter die Tür
geschobene Zettel unbeantwortet blieben. Die Frau wurde in ein
Krankenhaus eingeliefert. Dort lag sie fünf Tage auf der
Intensivstation. Später verklagte sie den Veranstalter auf
Schadensersatz mit der Begründung, das Personal hätte eher nach ihr
sehen müssen. Dies sahen Landgericht und Oberlandesgericht Frankfurt/
Main (16 U 23/09) anders: den Reiseveranstalter treffe keine Pflicht
die Reisenden zu überwachen und zu kontrollieren. Solange keine
Anhaltspunkte auf einen Notfall hindeuteten, dürfe auf Wunsch Dritter
keinesfalls ein Zimmer geöffnet werden. Die Reisende habe zum
damaligen Zeitpunkt unter keiner akuten Krankheit gelitten.

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