Samstag, 21. August 2010

Provisionsfrei bei zu hohem Kaufpreis ....

Ein Provisionsanspruch des Käufermaklers entsteht grundsätzlich nicht, wenn der tatsächlich zu zahlende Grundstückskaufpreisden zuvor von den Maklervertragsparteien übereinstimmend vorgestellten Preis um 25% übersteigt.


Durch die Nachweis- und Vermittlungstätigkeit des Maklers muss ein Hauptvertrag zustande gekommen sein. Der Makler schuldet nicht die Herbeiführung irgendeines Vertrages,sondern eines bestimmten Vertrages. Weicht daher der nach dem Maklervertrag gewollte von dem später tatsächlich abgeschlossenen Vertrag ab, führt dies zum Provisionsverlust. So in einem von dem Oberlandesgericht Dresden entschiedenen Fall: Ein Makler war an ein Ehepaar herangetreten und hatte ihm angeboten, für diese den Kauf ihrer bisherigen Mietwohnung zu vermitteln. In dem abgeschlossenen Maklervertrag erklärte sich das Paar dazu bereit, dem Makler auf der Grundlage einer Kaufpreisvorstellung in Höhe von 220.000 € eine Provision zu zahlen. Nach Verhandlungen mit dem bisherigen Vermieter und Eigentümer der Wohnung einigte man sich schließlich auf einen Kaufpreis in Höhe von 275.000 €. Das Ehepaar verweigerten darauf hin die Zahlung einer Provision an den Makler.

Zu Recht, befand das Oberlandesgericht Dresden. Bei einer mehr als 25%igen Abweichung des Kaufpreises von den ursprünglichen Erwartungen könne aber nicht mehr von einer wirtschaftlichen Gleichwertigkeit die Rede sein.

OLG Dresden, Beschluss vom 18.09.2008 Aktenzeichen: 8 U 1167/08

1 Kommentar:

  1. Gut, dass es noch solche Beiträge existieren. So ein Verhalten ist natürlich unakzeptabel. Ich höre oft von provisionsfreien Wohnungen in Großstädten, lenke jedoch wenig Aufmerksamkeit darauf, ob die Rechnung stimmt oder nicht. Danke für die Informationen, ab jetzt werde ich sicherlich mehr aufpassen!

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