Sonntag, 15. August 2010

Fantasievolle Nutzung von Cola-Kisten ...

Als ich meinen Urlaub noch bei Y-Tours *) buchte, habe ich nächtens auf mancherlei geschlafen: Strohballen, Tarnnetze etc. Das war o.k. so - schließlich wusste man ja bei wem man gebucht hatte. Bei Buchungen mit anderen Reiseveranstaltern darf man ruhig etwas wählerischer sein.

Ein auf Cola-Kisten gelegter Bettrahmen jedenfalls muss es nicht sein. So erging es aber einem Reisenden, der beim Reisebüro seiner Wahl ein Dreibettzimmer gebucht hatte. Der Reiseveranstalter bestätigte ihm ein Zimmer mit Doppelbett und Zustellbett. Letzteres stellte sich als ein auf Cola-Kisten gelegter Bettrahmen heraus. Das fand der gar nicht witzig und monierte dieses bei der örtlichen Reiseleitung und nach Rückkehr beim Veranstalter. Als dies nichts fruchtete, klagte er. Das Amtsgericht Düsseldorf (Amtsgericht Düsseldorf vom 23.10.2006, Az. 32 C 6159/97) befand, dass ein auf Getränkekisten gelegter Bettrahmen mit dem "Wortsinn" des Begriffs "Zustellbett" nicht mehr zu vereinbaren sei und billigte ihm eine Minderung in Höhe von 5 % des Reisepreises.


Der Rest der Reise schien auch nicht so prickelnd gewesen zu sein. Jedenfalls heißt es in der Urteilsbegründung weiter: "Bei der im Bus verbrachten Wartezeit handelt es sich angesichts der in südlichen Ländern herrschenden Gepflogenheiten, die deutsche Genauigkeit nicht nachvollziehen, um keinen Reisemangel, sondern um eine von dem Reisenden entschädigungslos hinzunehmende Unannehmlichkeit. Gleiches gilt in südlichen Ländern für Schimmelpilzbildung im Nassraum, sofern sie in ihrem Umfang nicht extrem ist."

Na ja, "deutsche Genauigkeit"! Wahrscheinlich fährt der Richter eher seltener mit dem Zug! ;-)

*) Y-Tours = Bundeswehr

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