Montag, 2. August 2010

Synergieeffekte - Der Krankenpfleger als Leichenbestatter

Manche Mitmenschen kommen auf kuriose Ideen hinsichtlich der Ausübung von Nebentätigkeiten. Vor einiger Zeit hatte ich von einem Gerichtsvollzieher berichtet, der unbedingt im Nebenberuf Makler werden wollte. Heute ist von einem Krankenpfleger zu berichten, der unbedingt im Nebenjob Leichenbestatter sein wollte. 

Der Kläger war bei dem beklagten Krankenhaus als Krankenpfleger beschäftigt. Seit mehreren Jahren ist er Gesellschafter eines Bestattungsunternehmens. Für dieses übt er Bestattertätigkeiten aus, indem er u.a. Trauergespräche führt, Einsargungen und Überführungen durchführt. Als dies ruchbar wurde, forderte das Krankenhaus den Krankenpfleger auf, jegliche Tätigkeiten für das Bestattungsunternehmen einzustellen. Einen Antrag des Pflegers auf Erteilung einer Nebentätigkeitsgenehmigung lehnte es ab.Die Tätigkeit als Bestatter sei nicht mit der Tätigkeit eines Krankenpflegers vereinbar. Die hiergegen gerichtete Klage war vor dem Arbeitsgericht zunächst erfolgreich. Landesarbeits- und Bundesarbeitsgericht sahen dies allerdings anders:

Das berechtigte Interesse des Krankenhauses sei durch die Nebentätigkeit erheblich beeinträchtigt.
Es sei nicht zu vereinbaren, dass ein Krankenpfleger, der zur Rettung und Erhaltung von Leben und Gesundheit eingesetzt wird, gleichzeitig als Bestatter, der sich mit dem Tod der Menschen beschäftigt, tätig ist.


Az: 6 AZR 357/01 BAG, Urteil vom 28. Februar 2002

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