Dienstag, 24. August 2010

Tücken des Internets ...

Marketing über das Internet ist eine feine Sache. Gerade Makler nutzen diese Möglichkeit gern. Wenn man dabei noch Geld verdienen will, muss man allerdings auf einige Besonderheiten achten, sonst ergeht es einem wie einer Maklerin aus Hamburg.


Diese bot über eine Internetplattform ein Haus zum Verkauf an. Eine Interessentin meldete sich, worauf hin ein Besichtigungstermin vereinbart wurde. Kurze Zeit später rief die Interessentin nochmals an und sagte den Termin mit der Begründung ab, sie kenne das Objekt schon von einem anderen Makler. Das Objekt wurde später an sie verkauft. Unsere Maklerin ging allerdings leer aus. Im Prozess um ihre Provision konnte sie nicht beweisen, dass das unstreitig seitens der Interessentin von der Interessentin aufgerufene Kurzexposè bereits den Provisionshinweis enthielt. Zwar legte sie im Prozess einen Screenshot der Eingabemaske mit Provisionshinweis vor. Das LG Hamburg meinte allerdings, dies beweise nicht, dass dies den Anzeigeninhalt zum Zeitpunkt der Abfrage wiedergibt.

LG Hamburg,Urteil vom 21.09.2007, 328 O 427/06

Kommentare:

  1. Mit diesem tollen Urteil können die Verbraucher eigentlich alle Kosten abstreiten.

    AntwortenLöschen
  2. Wahrscheinlich hätte die Maklerin gut daran getan, ein Screenshot zum Zeitpunkt der Einstellung des Inserates zu machen. Das Urteil weist in gewisser Hinsicht eine Besonderheit aus: Die Käuferin legte im Prozeß ein Exposé der Maklerin vor, in dem das Provisionsverlangen eben nicht erwähnt war. Klar, dass das Gericht da etwas stutzig wurde.

    AntwortenLöschen